Von der Partnervermittlung zu einer buddhistischen Hochzeitszeremonie

Der Farang über Asiadream

Der Weg eines deutsch-thailändischen Ehepaares.

Lek ist eine bildhübsche Frau, eine schüchterne Thai, Ende Dreissig und Versicherungskauffrau bei der Allianz. Jürgen ist Anfang Fünfzig und Lehrer für Mathematik und Musik in Deutschland. Das frisch gebackene Brautpaar sitzt glücklich nebeneinander und zeigt stolz seine Bilder von der bunten Hochzeitsfeier.

Im Mai, etwa drei Monate vor der Hochzeit, beginnt die Geschichte von Lek und Jürgen. Die beiden finden sich im weltweiten Netz, bei der Partnervermittlung Asia Dream aus Deutschland. Dass Lek sich in die Kartei aufnehmen lässt, ergibt sich durch einen Zufall: Bei einem Treffen wundert sich eine Bekannte über das lang ausbleibende Liebesglück der hübschen Thai und macht sie mit Dieter Horrey bekannt, dem Besitzer dieser Partnervermittlungsagentur. Als er die Daten von Lek auf seine Webplattform Asia Dream stellte, ist er sich sicher, dass eine Vermittlung nicht lange auf sich warten lassen wird. Er hat Recht, nach 14 Tagen meldet sich Jürgen.

Immer mehr Farangs versuchen ihr Partnerglück auf diesem Weg. Es ist kein Geheimnis, dass, wenn es sich um eine seriöse, professionelle Vermittlung einer Agentur wie Asia Dream handelt, die „Erfolgsquote“ viel versprechend ist, sie liegt bei über 90 Prozent. Früher war es üblich, dass die Eltern für ihre Töchter einen Lebenspartner aussuchten. Nach der thailändischen Norm mussten die Kinder folgsam sein, da die älteren Menschen mehr Erfahrung haben. Tatsächlich belegen Statistiken von Vorfahren, dass die von Eltern vorgestellten Paare länger zusammenblieben als jene, die ihren Partner selber aussuchen. Der Trend ist dennoch offensichtlich: Viele Thais sind in ihrer Haltung toleranter geworden, ein gewisser Einfluss der westlichen Kultur ist spürbar.

Als Jürgen den warmen Boden des Königreiches betritt und die tropische Atmosphäre für sich entdeckt hat, steht dem neuen Glück nichts mehr im Wege. Am Tag der Ankunft folgt auch bereits das erste Treffen, bei dem es die Nervosität und die nicht seltenen Sprachbarrieren zu überwinden gilt. Jürgen und Lek meistern es mit einem Mix aus Englisch, Thai und Englischthai mit Gestik. Als Jürgen nach dem ersten Kennenlernen wieder in seine Heimat zurück fliegt, steht für ihn fest, dass er Lek nicht wieder los lassen wird.

Eine amtliche Trauung kann von einem beliebigen thailändischen Bezirksamt vorgenommen werden und verläuft ähnlich nüchtern wie selbige im europäischen Ausland. Doch viele der deutsch-thailändischen Paare entscheiden sich vor oder nach der offiziellen Trauung für eine buddhistische Hochzeits-Zeremonie, um der Familie den nötigen Respekt zu erteilen. Die Hochzeit erregt vor allem in den kleinen Regionen grosses Aufsehen und lässt nicht selten über 100 Gäste aus der Umgebung zusammen kommen. Jürgen und Lek feiern im Haus der Brauteltern, ganz in der Tradition einer buddhistischen Hochzeit. Über 200 Gäste sind gekommen, um das hübsche Brautpaar zu feiern. Wie auf jeden Farang, der um die Hand einer Thai anhält, warten auch auf Jürgen unbekannte buddhistische Hochzeitsrituale.

Zu den ersten Ritualen am Verlobungstag gehört die „Sinsord“, die der Bräutigam in Form von Verlobungsring und Brautgeld vorlegt. Die Höhe der Summe richtet sich nach der sozialen Stellung und dem Reichtum der Familie und gilt symbolisch als Bezahlung für die Versorgung, Erziehung und Betreuung seiner Braut. In der Regel führen die Mönche die Trauung durch. Dabei sitzt das Paar nebeneinander und bekommt die geweihte Schnur, den Mongkhon, um die Häupter gelegt. Diese vom Mönch geflochtene Schnur ähnelt zwei weissen kopfgrossen Ringen, die miteinander festgebunden sind – als Zeichen der zukünftigen Vereinigung von Körper und Seele. Anschliessend giessen die Familie und andere wichtige Gäste das von den Mönchen gesegnete Weihwasser tropfenweiseauf die zusammengelegten Hände des Brautpaares. Nach den obligatorischen Glückwünschen und Segenssprüchen ist es in Thailand üblich, die Hochzeitsgeschenke in Form von Geld zu überreichen. Was den geselligen Teil der Zeremonie betrifft, sind der Hochzeit keine Vorschriften oder Grenzen gesetzt. Ein typischer Abend reicht von lauter Musik, über ein opulentes Buffet bis hin zu weiblichen Tanzeinlagen. Auch eine Woche später stehen Lek und Jürgen noch unter den Eindrücken ihrer bunten Hochzeitsfeier. Nach nur wenigen Tagen fliegt das Paar mit einem Heiratsvisum, das durch die Mithilfe von Dieter Horrey unkompliziert organisiert war, in die Heimat des Bräutigams. Dort werden sie nach deutschem Recht ihre Ehe besiegeln und die kommenden gemeinsamen Jahre verbringen. Ihre Zukunft sehen sie jedoch im Land des Lächelns: Jürgen wird seine Zelte abbrechen und in etwa fünf Jahren mit seiner Frau zurückkehren.

Eine Ehe wie die zwischen Lek und Jürgen steuert einerseits gegen einen aktuellen Trend, der in der thailändischen Gesellschaft zu beobachten ist. Die Zahl der unverheirateten Thai-Frauen nimmt zu, wie das Ministerium für soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit mitteilt. Gegenwärtig seien etwa 44 Prozent der Frauen Singles, Tendenz steigend. Lek und Jürgen folgen aber nicht zuletzt mit ihren Zukunftsplänen auch einem Trend, denn wenige deutsch-thailändische Paare halten es ihr Leben lang in der kalten Bundesrepublik aus. Die Vorzüge von dem tropischen Land des Lächelns, von den boomenden Hochburgen und ihren unbegrenzten Möglichkeiten ist ein attraktiver Lebensort geworden.

Zu verdanken haben Lek und Jürgen ihre Begegnung der Partnervermittlung Asia Dream, im deutschen Weinheim an der Bergstrasse, die seit über zehn Jahren erfolgreich Herzen verbindet. Weitere Informationen unter www.asiadream.org.

Quelle: geschrieben von Redaktion – DER FARANG